Montag, 5. April 2010

Fin

Es hat den Anschein als würden diese zwei Wochen alles nachholen wollen, was ich den letzten zwei Jahren verpasst habe. Ich muss zu geben, dass ich zeitweise kurzfristig überfordert bin, aber dennoch macht es mich wohl glücklich, denn ich hatte seit geraumer Zeit weder diese negativen Gefühle die sich sonst in mir aufgestaut haben und mich von jetzt auf gleich zum explodieren brachten, noch bin ich irgendwie traurig. Eigentlich ist es in mir recht leer, aber warm.
Ich denke auch, dass ich weiß wie dieses Gefühl heißt: Zufriedenheit.

Ich kann die letzten zwei Jahre nicht als verschwendete Zeit ansehen, da ich stets der Überzeugung bin, dass ich heute nicht da wäre ohne diese zwei Jahre, aber ich wünschte es wäre etwas anders verlaufen.
Man kann sich viel vornehmen. Kann sich versprechen, dass man es diesmal besser macht, kann sagen, dass man nichts überstürzt und so weiter. Aber ich sage einfach, dass ich es auf mich zukommen lasse und das man es ja versuchen könnte.
Wenn man immer auf der Überholspur war ist es wahrscheinlich etwas schwerer bei mäßigem Tempo vorran zukommen, aber so komme ich jedenfalls heil und sicher vom Fleck.

Die letzten zwei Jahre fühlte ich mich jeden Tag so einsam und verloren.
Die letzte Woche fühlte ich mich jeden Tag wie ein Teil von etwas.
Ich kann ehrlich sagen, dass ich mich nicht mal anstrengen musste, ich war einfach da und ich war einfach ich und ich war einfach glücklich.
Es ist als wär eine schwere Last von mir genommen worden und nun kann ich unbeschwert und frei durch mein Leben tanzen.
Ich hatte zwar keine Sekunde lang gezweifelt, dass ich dies ewig lange alleine tun müsste, aber ich hätte auch nie erwartet, dass es so einfach ist jemanden zu finden, der mit mir tanzt.
Ich weiß nicht wie lange, ob nur bis zum Ende des Liedes, bis zum Ende des Albums oder meiner Musiksamlung... aber ich weiß, dass ich es genieße und dass ich das jetzt wirklich brauche.


Wahrscheinlich wurde ich jetzt einfach von allem befreit:

* Von meinem Leid, welches sich über diese Zeit von Tag zu Tag änger um meinen Hals schnürte.

* Von meinem Drang nach Aufmerksamkeit, der sich immer mehr zuspitze und mich zu ruinieren drohte.

* Von meiner Suche nach Zuwendung, die aus mir etwas gemacht hatte, was ich nie sein wollte und die mich dazu gebracht hat Menschen zu verletzen, die nicht verletzt werden sollten.


Ich habe schon lange nicht mehr so ruhig und ausgeglichen geschlafen und ob man es glaubt oder nicht, diese Lethargie hat sich von heut auf morgen aus dem Staub gemacht.
Und das beste an der ganzen Geschichte ist, dass es mir so viele Menschen ansehen und sich mit mir freuen.
Jetzt gilt es nur noch das nächste viertel Jahr zu überstehen. Ich hoffe ich bekomme noch einen kleinen Aufwind was meine berufliche Zukunft angeht, denn dann wäre mein Salat Leben Suprise perfekt... es wäre so zu sagen das French Dressing.

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