Liebe Leserinnen und Leser,
holt eure Taschentücher raus und eine Schale Popcorn oder Taccos mit Käsedip.
Wer kennt das nicht: Man isst Junkfood, liegt tagelang ungewaschen im Bett in seinem verdunkelten-muffigem Zimmer, raucht eine Kippe nach der anderen, betrinkt sich sinnlos, verbraucht Taschentücher on mass, hört die herzzerreißende Musik der
Kings Of Hearthbreaker: Ryan Adams und Damien Rice, sieht sich schlechte Filme an wie
Die Brücken Am Fluss und
Vom Winde Verweht und tut eigentlich alles, damit es einem noch schlechter geht als ohnehin schon.
Diagnose: Liebeskummer! Nervig, allgegenwärtig...
Wer würde nicht gerne darauf verzichten? Zumal sich mir immer wieder die Frage stellt warum sich Liebende zum Ende einer Beziehung immer so verletzen müssen. Pete Doherty sagte darauf mal „
Because they can.“ Wo er recht hat.
Die traurige, grausame Wahrheit ist, dass es eine ganze Zeit dauert, den Menschen nicht mehr zu lieben, den man nicht mehr liebt.
Wenn man diese Problematik genauer betrachtet, lässt sie sich in drei Hauptphasen unterteilen.
Ich möchte euch jetzt nicht unbedingt erklären wie euer Liebeskummer abläuft, aber in gewisser Weise ist es so, oder so ähnlich... und ich kann euch auch keine Abhilfe verschaffen, es sei denn es ist euch ein Trost zu wissen, dass ihr noch ein Herz habt, wenn man es euch gebrochen hat oder, dass es Millionen anderen genauso ergeht.
Fadenverloren - zurück zu den Phasen. Sie scheinen von endloser Dauer, nie enden wollend. Die schlimmste Zeit im Leben, immer wieder auf's neue.
Phase 1: Der Schock!Eine Mischung aus Verdrängung und Verwahrlosung.
Man will es noch nicht richtig wahr haben, denkt und hofft, dass es nur eine Laune war.
Mit positiven Gedanken á la "
Morgen werden wir uns wieder in den Armen liegen und lieben!" lacht man evtl. noch über den Unsinn.
In den meisten Fällen starrt man dann stundenlang auf sein Handy oder Telefon, bei jedem Klingel rutscht einem das Herz in die Hose und man wird von Wutanfällen gepackt wenn er oder sie es nicht war, der/die anrief, man hört die Lieder die man damals immer zusammen gehört hatte, nur um sich die Illusion der Nähe zu wahren, man sieht eben genau diese triefend schnulzigen Liebesfilme, die ich vorhin erwähnte und isst seine lieblings Schokolade.
Phase 2: Allmähliches Durchsickern Der Abscheulichen Wahrheit!Es ist aus, Schluss, vorbei. Ein Gefühlscocktail aus Wut, Trauer, Verzweiflung und Schmerz gekoppelt mit Rachephantasien und unkontrollierbaren Handlungen, wie zum Beispiel den (ex)Partner ständig anrufen und doch wieder auflegen, SMS schreiben, vor seinem Haus rumschleichen, an Orte gehen wo man sichfast sicher ist ihm oder ihr auch zubegegnen...
Das wichtigste um heil aus dieser Phase rauszukommen: Freunde mit einem nicht-reißen-wollenden-Geduldsfaden und Whiskey On The Rocks.
Eine zeitliche Garantie oder ein Hilfmittel wie man schnellstmöglich in Phase 3 schlittert gibt es leider nicht, bzw. ich wüsste keines.
Selbst wenn bin ich ohnehin der Auffassung, dass man mit seinen Gefühlen klar kommen sollte und sich mit der Realität anfreunden muss, dass es nicht mehr so ist wie es war und auch nie mehr so sein wird. Jeder muss da durch, jedem Menschen auf dieser Welt muss es einfach mal so dreckig gehen, das ist eine Art Gesetzt der Natur. Da kann man einfach niemanden raushelfen, man kann es für Herzgebrochene alles etwas erleichtern, aber beschleunigen oder abnehmen kann man es ihnen nicht.
Phase 3: Akzeptanz, Resozialisierung und Neuorientierung!Wenn ihr in dieser Phase seid, dann habt ihr so gut wie gewonnen. Es beschreibt einfach nur das anfreunden mit der Idee, dass es jetzt wieder positiv weiter gehen kann.
Man lernt wieder Leute kennen, hat wieder Spaß, nähert und vertraut sich evtl. wieder jemanden an.
Es läuft praktisch auf Sätze wie "
Zweifle nie das Universum an" hinaus. Man begreift, dass die Trennung eine Chance ist und evtl. stellt man später fest, dass es gut so war, weil man sonst XYZ nie kennen und lieben gelernt hätte.
Man fragt sich einfach nicht mehr "
Wer ist jetzt bei ihm/ihr?" "
Was macht er/sie jetzt?" "
Wie konnte es soweit kommen?" "
Haben wir noch eine Chance?"
Diese Fragen haben eine höchst rethorische Qualität, denn man wird es einfach nicht beantworten können.
Rückblickend auf meine letzten Beziehungen... Ich war meist nie wirklich die Verletzte oder Trauernde. Mir wurde bisher nur einmal das Herz gebrochen und es war die schlimmste, nicht enden wollende Zeit in meinem ganzen Leben. Daher finde ich es bewundernswert, wenn Menschen wieder lieben können, obwohl ihnen schon mehr als einmal das Herz gebrochen wurde.
Und ich finde es einfach nur schwachsinnig, wenn Menschen nicht mehr lieben wollen, aus Angst, dass es jemand noch mal tut. Dabei ist Liebe das schönste auf der Welt ... Ein Leben ohne Liebe ist meiner Meinung nach nicht lebenswert.
Ich bin zur Zeit glücklich, sehr glücklich, wahnsinnig glücklich und eigentlich erstaunt es mich grade selbst, dass ich über so ein Thema schreibe welches doch so ganz und gar nicht zu meiner Situation passt.
Aber die Wege der Herrin sind unergründlich! ;-)