Karl war weg und mir war schlecht.
Ich weiß nicht woran es lag, dass ich seit zwei Tagen nichts gegessen hatte, oder ob es einfach dieser Hormoncocktail war.
Alles was ich wusste war: Er war weg.
Dabei fing alles so harmlos an.
Alles was ich wollte war Karl treffen.
Das tat ich, doch ich rechnete nicht damit was das Treffen in mir auslöste.
Ich habe schon den ein oder anderen gut aussehenden Kerl getroffen ohne dass ich danach nicht mehr wusste wer ich bin.
Er macht dass ich mich anders fühle, nicht gut, nicht schlecht. Anders eben.
Wenn er da ist muss ich ihn ansehen, nicht mal unbedingt was sagen, einfach nur beobachten wie er nichts tut, nur atmet und auch guckt.
Diese zauberhaften Augen haben eine beruhigende Wirkung und doch sind sie so traurig.
Sie sehen aus wie das Meer... bei miesem Wettet... grünlich, gräulich, bläulich. Wunderschön.
Und dann, auf einmal, spricht Karl. Jedes seiner Worte fesselt mich und ich wünsche mir er würde nie wieder aufhören zu reden. Die Art wie er seine Lippen bewegt, seine Stimme und wie er dabei die Augen verdreht machen mich wahnsinnig... wahnsinnig verrück nach ihm.
Und dann, wenn er lacht - nie habe ich ein schöneres Lächeln gesehen. Es ist unglaublich wie schön seine Wangenknochen, seine Lippen und seine Zähne zusammen passen.
Karl.
Er ist der schönste Mensch der Welt, und er weiß es nicht einmal.
Nie habe ich ein schöneres Geschöpf gesehen - dass ich mich unweigerlich fragen musste ob das alles wirklich passiert.
Ist er wirklich da? Oder wünsche ich mir nur dass es jemanden wie Karl gibt?
Einen Menschen, der sein inneres nach außen trägt?
All seine Narben und seine Liebe?
Doch wie kann ich der Welt so jemanden vor enthalten?
Wenn er doch das Beste ist was dieses Universum zu bieten hat, dann habe ich es weiß Gott nicht verdient.
Das macht mich wahnsinnig... wahnsinnig traurig.
Wie gerne würde ich alles tun, mich der Herausforderung stellen und sie erfolgreich meistern, Karl glücklich zu machen.
Nicht nur heute, nicht nur morgen, sondern für immer.
Ich habe Karl vor 56 Stunden und 47 Minuten das erste Mal getroffen.
Schon vorher wusste er mehr über mich als andere je erfahren werden und doch wollte er mich kennen lernen und ließ mich ihn treffen.
Er hat in weniger als drei Tagen mein Leben komplett umgekrempelt und mir die verschiedensten Gefühle gegeben.
Erleichterung.
Geborgenheit.
Verständnis.
Vertrauen.
Hoffnung.
Glück.
Angst.
Trauer.
Verlust.
Hilflosigkeit.
Ich denke nicht, dass er großartig weiß was er für eine enorme Wirkung er auf mich hat. Es ist als hätte ich meine bessere Hälfte gefunden. Das was mir fehlte, all die Zeit als ich danach suchte, aufgab und dann ... plötzlich hatte sich das Schicksal was ausgedacht und mich in diese eine Richtung manövriert.
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