Freitag, 26. März 2010

Friendship > Goes To > Trash

Wieder einmal Freitag.
Wieder einmal beginnt der Abend eher bitter als klebrig süß.
Es macht mich traurig, denn ich mag es lieber cremig wie Sahne, fluffig wie Mousse au Chocolat, flüssig glänzend wie Honig und scharf wie Chilli.
Alles in allem wäre mein perfekter Abend die abgefahrenste Milka-Schokolade, die Kraft Foods je designed hätte.
Doch stattdessen entwickelt sich alles zu einem billigen Abklatsch von einer eher mittelmäßig-schlechten Vorabend-Soap.
Der Frühling ist endgültig da und kann sich auch durch ein paar aufgebauschte Regenwolken nicht vertreiben lassen, aber meine Laune ist wie ein zerbrechliches, schwaches, kleines, hilfsbedürftiges Baby.
Eine falsche, ungeschickte Berührung und sie ist tot.

Denkt ihr, ich bin zu empfindlich oder neige zu Übertreibungen?
Hm, also ich weiß ja nicht, ich weiß nur wie ich ticke und wie ich fühle.

Es ist schrecklich wie manche Narben heute noch weh tun und wie man doch abhärtet, wenn ähnliche Situationen heute genauso wieder auftreten. Doch ich bin noch längst nicht so stark, dass ich das mal eben so wegstecken kann.
Viel zu oft wird man enttäuscht und das nimmt einem jegliche Hoffnung, jeden, den noch so kleinsten Funken... einfach ausgetreten, ein ums andere Mal.
Das frustriert mich.
Wenn es vor einigen Wochen nicht der eine war, so ist es diese Woche der andere, der meine schwache Laune zerbricht. Und ich darf sie zusammen fegen und in den Müll bringen.
Das der Mensch im eigentlichen eher dazu neigt Mitmenschen zuenttäuschen ist mir durchaus bekannt, doch tut es am meisten und döllsten bei denen weh, die man gern hat.
Was soll ich daraus denn lernen? Nie wieder jemand so gern zu haben, dass er mich nicht enttäuschen kann? Nie wieder etwas erwarten zu können?
Ich kann das nicht hinnehmen - so bin ich nicht - aber wieso wird ausgerechnet das von mir erwartet? Und wieso darf man Erwartungen an mich stellen, wenn ich es im Gegenzug nicht tun darf bzw. wenn ich es doch tue, wieso darf man die Enttäuschung dann rechtfertigen?

Vielleicht musste ich diese Woche einfach schon zu viel runterschlucken, dass es für das Ende der Woche nicht mehr reicht.
Mag sein, dass ich überreagiere aber Verrat ist nie schön anzusehen, egal aus welcher Perspektive.
Erschreckend leicht sieht es aus, wenn manche Menschen ihre Freundschaften wegschmeißen, ich wünscht' ich könnt' das auch.
Doch statt ebenfalls leichtfüßig hinter anderen und ihren Launen und Erwartungen hinterherzutreten, versuche ich einen Flugzeugabsturz zu vermeiden, denn einmal aus den Augen verloren ist einmal zu viel und zweites Mal muss dann ganz gewiss nicht sein.
Doch anscheinend bin ich die einzige die das so sieht und wirklich, wirklich, wirklich, wirklich aus ihren Fehlern gelernt hat.
Traurig aber wahr - ich weiß die Antwort schon, bin aber viel zu feige es für eine vollendete Tatsache zu halten.
Schicht im Schacht.
Wiedereinmal erstaunlich wie es mir bei Freundschaften tausend mal mehr ausmacht als bei jeder bisher geführten Beziehung.
Aber es ist wie ich schon immer sagte: Freunde sind die Familie die wir uns aussuchen können.
Und wer ist nicht am Boden zerstört, wenn ein geliebtes Familienmitglied geht.

Es fällt mir so schwer nichts zu erwarten, es fällt mir schwer nicht immer wieder einen Funken Hoffnung aufkommen zu lassen, es fällt mir schwer einzusehen, dass nichts leichter wird je älter ich werde.
Handy an > Telefonbuch > Kontaktsuchen > Nummer löschen > Sind Sie Sicher > Nein.
Scheiße, wieder nicht geschafft und das wird gerechtfertigt mit Gedanken wie "Na vielleicht wird's ja wieder" oder "Wenn auf einmal sein Haus abfackelt, wer sagt ihm denn bescheid".
Ich bin mir nicht sicher ob ich irgendwann stark genug sein werde um aus diesem kleinen bekackten nein ein ja zu machen, aber noch bin ich es nicht.
Aber vielleicht ist es auch gerade dass was mich ausmacht, was mich davon abhält eine verbitterter, hoffnungsloser Jemand zu werden, der einsam und allein verkümmert.

Meine Aura wird wohl auf ewig schwarz bleiben... aber jetzt weiß ich, dass es nicht an all' den negativen Gedanken und Gefühlen liegt, sondern an den Eigenschaften von mir, die ich noch nicht kenne, ergründet und beschrieben habe.
Und wer weiß, vielleicht hab ich ja auch irgendwann eine schöne Farbe und die strahlt denn bestimmt über all' die anderen hinweg.

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