Donnerstag, 25. Oktober 2007

Mechanismus Zur Reduktion Sozialer Komplexität

Meine heutige Kolumne widmet sich allen Pärchen.
Vertraut ihr euren Partner? Ja - Nein - Vielleicht.


Fangen wir mit denen an, so wie es sein sollte: JA!

Ihr vertraut ihr/ihm also, ich tue das auch. Was ist aber nun eigentlich Vertrauen und in wie fern vertraut man einem Menschen?
Ich würde das wie folgt sehen... Vertrauen ist mehr als ein "Ja, Du darfst weg gehen und ich vertraue Dir in der Hinsicht, dass Du mit keinem anderen Mädel/Kerl rumknutscht!" Sicherlich, gehört auch dazu, aber darauf wollte ich nicht unbedingt hinaus. Ich vertraue in so vielen Hinsichten, egal ob es um das eben genannte Beispiel geht, um Sex oder ums Mitgefühl.
"Hää? Mitgefühl?" Schon ok, ich will es euch erklären.
Mitgefühl, Empathie, aktives Einsetzen für den anderen, ehrliches, offenes Auftreten, Kritikfähigkeit einschließlich der damit verbundenen Verhaltensweisen ("ins Auge sehen", "ein offenes Ohr haben", "klare Worte sprechen") - das sind Vertrauenssachen.
Ich vertraue ihm/ihr wenn ich weiß, dass ich jetzt weinen kann ohne Angst haben zu müssen, dass der Partner lacht oder kein Verständnis zeigt ODER wenn ich weiß, dass ich ihm/ihr sagen kann was mich stört, ohne gegen eine Wand zu reden oder auf Sturheit zu stoßen ODER wenn ich weiß, dass ich keine Angst zu haben brauch, wenn ich mal in einen Konflikt gerate, weil er/sie hinter mir steht.
Genau das ist Vertrauen. Man kann sich einer Person gänzlich hingeben, geistig/seelisch wie körperlich/sexuell.


Kommen wie zu denen, so wie es nicht sein sollte: NEIN!

Ihr seid mit jemanden zusammen, dem ihr misstraut? Wie bringt ihr das fertig? Wenn ihr von Liebe und Glück ect. redet, dann müsst ihr doch vertrauen können? Wie kann man jemanden lieben, dem man misstraut? Das ist so widersprüchig.
Anders wie das Vertrauen, welches sich entwickelt, beruht Misstrauen meist auf Erfahrungen, das was man mit einem Menschen erlebt hat bzw. wie es in früheren Beziehungen lief.
Wurde man oft enttäuscht, belogen und betrogen, so ist man viel misstrauischer als wenn man überwiegend positive Erfahrungen gemacht hatte.
Misstrauen beruht aber auch auf Vorurteilen und Unwissenheit. Was in einer Partnerschaft nun nicht haben sollten, denn ich denke kaum, dass ihr mit jemanden zusammen seit den ihr nicht kennt. Sicherlich lernt man sich im Laufe der Partnerschaft erst richtig kennen, dennoch ist man sich nun nicht wildfremd. Und frei nach dem Motto "Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser!" ruiniert ihr eure Beziehung.


Und last but not least: VIELLEICHT!

Eigentlich vertraut man seinem Partner, aber bei dem einen Mädel/ Kerl wird man dann so wahnsinnig eifersüchtig, oder er/sie kommt immer zu einer best. Zeit von Arbeit und urplötzlich kommt er/sie eine halbe Stunde später und man ist verdammt sauer.
Doch das alles dauert immer nur kurz an, denn mit einem Lächeln der/des Angebeteten ist auch alles wieder vergessen und erst viel zu spät, wenn man Abends im Bett liegt und über so dies und das nachdenkt, fällt es einem wieder ein. Immer und immer wieder, ein Teufelskreis.
Doch drüber geredet wird nicht, es wird einfach runtergeschluckt und drunter gelitten.
Menschen die ihrem Partner vertrauen wollen und es aber manchmal einfach nicht können, weil ihre Intuition ihnen etwas ganz anderes suggestiert, hatte jeder bestimmt schon mal und ich hab sogar einen guten ratschlag für euch: Einfach mal drüber sprechen und so einiges wird leichter.
Denn manchmal entsteht das ganze durch Missverständnisse und ist somit nach einem kurzen Gespräch wirklich aus der Welt geschafft.


Aber eins sollte man sich merken, es ist nie gut jemanden blind zu vertrauen, entweder man lernt es im laufe der Beziehung (den Partner einzuschätzen usw.) oder man sollte das ganze überdenken. Denn blindes Vertrauen kann wirklich zu einem schmerzhaften Erwachen führen.
Ein wenig misstrauisch sein ist ok, so lange es im Rahmen bleibt, sich in Grenzen hält.

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