Donnerstag, 10. Januar 2008

Nur Mit Dir

Er sah sie mit einem fragendem Blick an. "Ist es wirklich okay für Dich?" Nein, natürlich war es nicht "okay" für sie. Es war alles andere als "okay". Sie nickte. Er seufzte, stand auf und holte ihren Parker. Für einen Augenblick zögerte sie, überlegte ob sie was dagegen sagen sollte. Aber was würde das nützen? Rein gar nichts, also stieß sie sich von der Wand ab, an der sie lehnte, nahm ihren Parker entgegen, holte die halbleere Schachtel Eve raus und zündete sich eine Zigarette an. "Tschüss, Schatz" sagte er und wollte sie umarmen und küssen, doch sie stieß ihn sanft weg. "Nicht." Dann ging sie. Sie wusste, dass er sie gebeten hatte zu gehen aber irgenwie fühlte sie sich, als wenn sie es freiwillig tat, als wenn es ihre Idee gewesen wäre. Vielleicht dachten sie sogar beide das selbe, nur hat er es ausgesprochen und sie nicht, weil sie Angst hatte wie er reagieren könnte.
Draußen regnete es,... wie sie es hasste. Früher liebte sie den Regen, egal zu welcher Jahreszeit, denn sie fand nichts entspannender und schöner, als mit den Personen die sie mochte gemütlich beisammen zu sitzen, Kaffee zu trinken und zu rauchen. Oder im Regen spazieren zu gehen, das war zeitweise sogar eines ihrer Hobbys: klitsch nass nach Hause zu kommen und ihren Freund damit zuärgern, dass sie alles (ihn nicht ausgeschlossen) nass machte.
Manchmal stand sie auch einfach nur auf Dachterasse und rauchte und ließ sich berieseln.
Aber mittlerweile hasste sie den Regen. Allgemein war ihre Sicht der Dinge viel düsterer geworden.
Als sie die Wohnung verließ war er nicht sonderlich geknickt. Er wusste, dass es so eventuell besser sein würde und eigentlich wollte er darüber gar nicht nachdenken ob es jetzt so richtig war oder nicht, denn je mehr er darüber nach dachte, desto eher bekam er Zweifel an seiner Entscheidung. Nun war sie also gegangen und er stand immernoch im Flur, als würde erdarauf warten, dass sie zurück kommt, die Tür öffnet und sagt "Lass wieder vertragen!"
Doch das würde sie nicht tun, wahrscheinlich würde sie gar nicht wieder kommen, wenn er sich nicht irgendwann meldet.
Nachdem er so zehn Minuten im Flur rumgestanden und auf die Tür gestarrt hatte, begab er sich endlich in sein Zimmer, legte sich aufs Bett und starrte an die Decke. Die Versuchung irgendetwas anderes zu tun war groß, doch er versuchte sich dazu zu zwingen über gewisse Dinge nachzudenken. "Hätte sie doch bloß ihre Kippen hier gelassen" dachte er.
Es war still in der Wohnung, still und leer. Kein Wirbelwind der kiechernd durch die Zimmer sauste. Kein Sonnenschein der ihn durch ein Lächeln, selbst an trüben, verregneten Tagen wie diesen, aufheiterte. Keine Quasselstrippe, die ihm ununterbrochen die Ruhe nahm.
Und eigentlich sollte man annehmen, dass er dafür dankbar war, dass er einmal seine Ruhe hatte. Aber er hatte nicht einmal Lust die Dinge zu tun über die sie sonst gemeckert hatte.
Also lag er da und fing an nachzudenken...
... so wie sie, als sie durch die Straßen ging. Für die meisten Menschen wirkte sie wahrscheinlich so, als wüsste sie ganz genau wo sie hinwill. Aber die Wahrheit war, dass sie keine Ahnung hatte, sie irrte einfach ziellos umher. Ihr ging es schlecht, nach ihrer fünften Zigarette war ihr das Rauchen vergangen. Sie fühlte sich zum ertsen Mal nach langer Zeit wieder alleine, verlassen, verloren. Sie hatte Angst. Angst davor, worüber er nachdenkt. Angst davor, dass ihm die falschen Dinge einleuchtend erscheinen würden. Angst davor, dass er mit jemand anderen darüber sprach, vielleicht mit einem anderen Mädchen. Aber am meisten hatte sie Angst davor, dass er feststellen würde, dass er ohne sie besser dran ist. Sie blieb stehen, Tränen kullerten über ihre Wangen. "Nein" dachte sie. "Nein, sowas darfst Du nicht denken." Aber dieser Gedanke ging ihr nicht mehr aus dem Kopf.
Die Menschen gingen an ihr vorbei, sahen sie teilweise nichtmal an. Die wenigen die ihr einen kurzen Blick schenkten, sschauten entweder eher finster. Es wurde dunkel, die Lampen gingen an, die Geschäfte schlossen und sie, sie stand immernoch weinend da... während er zu Hause im warmen Bett lag und fern sah.




Er war eingeschlafen, doch als ihm die Fernbedienung aus der Hand fiel, schreckte er hoch.
Ohne sich großartig zu bewegen tastete er den Boden nach der Fernbedienung ab - nichts. Er schaltete das Licht an und sah sich um, sie lag da nicht.Er beugte sich über den Rand des Bettes um darunter nach zusehen. Voila! Da war sie, doch... da war noch etwas. Ein kleines weißes Buch. Erhob es mit auf, schlatete den fernseher aus und setzte sich bequem hin und fing an darin rumzublättern.


Seite 1

Don't read my diary when I'm gone.

Okay, I'm going to work now, when you wake up this morning, please read my diary.
Look through my things and figure me out.

Seite 2

Merkst Du schon den Unterschied, der uns umgibt. Wenn man sich wirklich liebt?
Und der Rest der Welt wird schwach.
Fällt es Dir denn auch schon auf, dass Du gar nichts mehr brauchst?
Außer uns. Ich lieg die Nacht lang wach.

Es ist nie zu spät.
Du siehst das es geht.
Es gibt nichts auf der Welt was noch zwischen uns steht.
Ich halte Dich fest.
Auch wenn's mich verletzt.
Und Du mich für immer verlässt.

Es gibt keine Worte die beschreiben, wie schön Du bist.
Mach Dir keine Sorgen, es bleibt immer so wie es ist.
Ich geb Dir ein Zeichen, will Dir beweisen wie sehr ich Dich liebe.
Ich will alles erreichen, nie verzweifeln. Nur mit Dir.

Ich denke an nichts and'res mehr. Ich fühl mich so leer. Ich brauche Dich so sehr.
Es gibt keinen anderen Mensch', der mich wirklich kennt - außer Dir.
Ich geb Dich nicht mehr her.

Es ist nie zu spät.
Du siehst das es geht.
Es gibt nichts auf der Welt was noch zwischen uns steht.
Ich halte Dich fest.
Auch wenn's mich verletzt.
Und Du mich für immer verlässt.

Es gibt keine Worte die beschreiben, wie schön Du bist.
Mach Dir keine Sorgen, es bleibt immer so wie es ist.
Ich geb Dir ein Zeichen, will Dir beweisen wie sehr ich Dich liebe.
Ich will alles erreichen, nie verzweifeln. Nur mit Dir.


Auf den folgenden 46 Seiten stand immer das selbe wie auf Seite 2.
Die letzte Seite war herausgerissen, einige wenige davor waren leer.

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